Der Bus kommt wann er kommt

In Neuseeland gibt es keinen Busfahrplan. Man setzt sich an die Busstation und wartet, bis der Bus kommt. Und der Bus kommt wann er eben kommt. Was sollte man auch großartig daran ändern können? Und was sollte man auch anderes machen, als den Bus zu nehmen?

137 Dinge

  1. Schreibtischlampe
  2. Kalender
  3. Portmonaie
  4. Telefon
  5. Notizbuch mit Kugelschreiber
  6. Kontaktbuch
  7. Finanzbuch
  8. Origami Papier
  9. Visitenkarten
  10. Festplatte
  11. Computermaus
  12. Wall-E Figur
  13. EVE Figur

Feuerwehrchor Schall und Rauch

Fürstenfelde. Einwohnerzahl: Ungerade. Ist mein liebster Satz aus “Vor dem Fest”. Der wird im Stück am Thalia Gaußstraße nur einmal ganz am Ende ansatzweise zitiert: “Fürstenfelde. Einwohnerzahl: unverändert”. Auch schön. Aber nicht so schön, wie der andere Satz. Das kommt auch aus dem Buch: “Es ist schön hier, aber nicht so schön wie woanders”.

Kaninchen lebend: 25€, Kaninchen küchenfertig: 8€/kg

Wir müssen ja auch mal raus. An die Nordsee, Tating, Bei St. Peter Ording - Abkürzung SPO. Sehenswürdigkeiten: ein sehr langer Strand und ein Langnese Eiscreme eiSPOint. Einwohnerzahl: variabel. Hier wohnt, wer hier Tourist ist, wer hier ein Sommerhaus hat und wer an denen, die Touristen sind oder ein Sommerhaus haben verdient.

Wie man Kunst betrachtet

Für alle die, die nicht wissen, wie man Kunst zu betrachten hat. Denn es ist schwer. Keine Frage. Wer sagt: “es gefällt mir einfach”, wirkt ungebildet. Wer sagt: “Der Künstler setzt sich hier radikal über das Clichee hinweg”, will gebildet wirken. Wer hier häufiger ist, war hier noch nie - oder nur einmal, das aber nur zum Essen.

Worüber es sich zu reden lohnt

Das Reden über Kunst ist eine Kunst für sich. Meistens lohnt es sich auch gar nicht. Weil die Wenigsten in der Lage sind, tatsächlich über Kunst zu reden. Sie reden lieber um Ulm und um Ulm herum. Was das Reden über Kunst häufig trübt, das ist das Missverständnis.

Kleine Gesten im Kleinen Saal

Gabriel Prokofiev ist ein großer Mann. Mit einem großen Namen. Prokofiev, Gesundheit. Das ältere Ehepaar, das schon nach dem String Quartet No. 1 flüchtet, hatte wahrscheinlich nur eben diesen Nachnamen im Programm gesehen. Prokofiev, Gesundheit. Über den wollte Gabriel Prokofiev sich lange Jahre nicht definieren lassen.

A man lost in time wie im KaDeWe

An den Kultfilm von Nicolas Roeg aus ‘76 schließt sich Lazarus an. Der irische Dramatiker Enda Walsh schrieb um eine Sammlung Bowie Songs ein Stück, das den Zwischenwelt-Aufenthalt eines Aliens und sein Hadern mit Menschheit und Sterblichkeit elaboriert. Das wirre Ergebnis war bis vor kurzem am Deutschen Schauspielhaus zu sehen und kam dem Film zumindest dahingehend nahe, dass alles eigentlich durchgehend auf 10g Kokain war und keine wirkliche Schirmung davon hatte, wo es sich gerade befindet.

Männer mit Handschuhen

- Könnte ich wohl ‘mal Feuer bekommen? - Ja, ‘n Moment eben - hab’ sogar echtes. - Wie echtes? Zippo jetzt oder was? - Mhm. - Hab ich auch eigentlich. Aber ist irgendwie immer das Benzin leer und dann nimmt man halt doch ein Gas mit und dann hat man ja sowieso das dabei, da brauch man dann ja das Zippo nicht mehr mithaben.

Der exaltierte Voyeur

Wer nicht, wie wir, die Ausstellung von Innen nach Außen begeht, sondern vom Eingang aus, der wird von der Transparent City Serie begrüßt. Eins der ersten Bilder zeigt eine nächtliche Skyline. Und ist an Austauschbarkeit kaum zu überbieten. Desktop-Hintergrund-Fotografie. Spätere Bilder werden stärker.

Schokolade in Zeiten des Klimawandels

Eigentlich hatte ich mir für das Wochenende vorgenommen, meinem liebsten Hobby zu fröhnen: Parteiprogramme schreiben. Vielleicht ist sie bisher nur mir aufgefallen, aber es gibt eine eindeutige Marktlücke im deutschen Politzirkus. Dank Trump weiß ich jetzt, den Klimawandel zu leugnen schadet nicht dem politischen Image.

2018: a Karlsruhe Odyssey

In dem dreistöckigen Haus am Krokusweg hat sich seit meiner Ankunft am Freitag kaum etwas bewegt. Zu dem Paket von Hello Fresh, inzwischen wohl Good Bye Welk, hatte sich am Samstag noch ein Luftbrief gesellt. Die Crocs im Zweiten liegen noch immer in derselben Konstellation, in der wir sie zurückgelassen hatten, um zu schauen, ob sich in dem dreistöckigen Haus am Krokusweg etwas bewegen würde.

Wach mit Streichholzkindern

Der Film beginnt mit Masturbation. Weiblicher Masturbation. Wären wir in den 80ern, hätten wir hier einen handfesten Skandal im Sperrbezirk. Wir sind aber in den modernen Zeiten. Die ja eigentlich schon mit Charlie Chaplin anfingen, aber manche Dinge brauchen Zeit - Hefeteig zum Beispiel.

Der ästhetische Drive By

In der Musik ist die Stille genauso wichtig wie der Ton. Die Minimal Music hat dieses Konzept erforscht, John Cage in vier Minuten und dreiunddreißig Sekunden es hörbar gemacht. Oh Wonder hat den Minimalismus in die Pop-Musik gebracht. Und das Berliner Produktionstrio KitschKrieg.

Da wo man noch Hände ringt

Es ist kein Zunicken, denn das kommt aus dem Hals. Es ist eine leichte, angedeutete Verbeugung aus dem Oberkörper. Ein Zeichen der gegenseitigen Wertschätzung. Die Leute aus meinem Training schauen immer so komisch. Sagst du denn Hallo? Ne nicht so wirklich, ich kenne die ja kaum.

Der Versuch, ein Pflaster abzureissen

Dennis ist eigentlich Nazi, geht aber trotzdem gerne tanzen. Am liebsten Club Hamburg. Viele Titten, sagt er. Sein aktueller Dauerbrenner und Aufreißgarant? Bella Ciao im Hugel Remix. Da kann man schön den 48er Bizeps zu flexen, sagt er. Und die Mäuschen mit dem Arsch wackeln.

Wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt (Wien)

Das erste, was ich in Wien nach 9 Stunden Zugfahrt bewusst lese, ist: “Guten Morgen, flüstert die Bio-Handsemmel zur Butterflocke”. Und es ist Werbung an einem Bäcker. Das Wort Butterflocke liest sich schon wienerisch. Buudterfloagke. Bäcker neigen dazu, Werbetexte zu haben, die außerhalb ihres natürlichen Lebensraumes, der Bäckerei, ziemlich deplatziert wirken.

Schriftzeichen aus Stahlbeton (VRHAM)

Wir betreten das VRHAM Festival durch einen dumpfen Tunnel. Achtung, Zitat: “Virtual reality is like dreaming with your eyes wide open”. Das “Open” leuchtet uns in geschlungen-orangen Leuchtbuchstaben entgegen. Willkommen in der neuen Realität, es ist offen. Und umsonst. Und noch leer. Denn es ist Eröffnungstag.

Leben ist tödlich

Ein Jeder, der eben jene Shell-Tankstelle an diesem Vormittag zwischen 12.32 Uhr und 12.35 Uhr betrat, sollte viele Jahre später dem inzwischen gefährlichsten Sternzeichen zum Opfer fallen. Denn der Krebs, der von eben jener Shell-Tankstelle zwischen 12.32 Uhr und 12.35 Uhr verursacht wurde, war Einer, von der Sorte: Stadtreinigung am ersten Wintertag.

Tage mit Grossvater

Der Muschelweg hatte einen Großteil seiner alten Magie bereits eingebüßt. Als ich klein war, bestand dieser Fahrradweg aus großen Mengen von Muschelschalen. Was ich nie verstehen konnte war, wie man denn dieses, so wertvolle, Sammelobjekt einfach mit dem Fahrrad überrollen konnte und noch viel weniger, woher jemand etwas, so wertvolles wie Muscheln, in solch ausreichender Menge finden konnte.

Rinderherz, von Milch umflossen

Noemi Nicolaisen beginnt am Anfang. Bei der Grundlage. “Luft, atmen” heißt ihr Kurzfilm, den mein Freund Kai Lietzke filmisch umgesetzt hat. Es geht um Emotionen. Aber eigentlich geht es um viel mehr als das. Eingelegte Kirschen in Gesichtern, Schokoküsse auf Lippen, benutzte Binden auf Pullovern.

#DeleteTheInternet

Ich war ja nie auf Facebook. Das war mir immer zu vollgemüllt mit Menüs und Unterseiten. Und so richtig verstanden was ich da nun genau machen soll hab ich auch nie. Aber auch ohne mich ist Facebook das größte Soziale Netzwerk des Planeten.

Warst du Demo warst du sexy

Nachdem ich “Das schweigende Klassenzimmer” gesehen hatte wurde mir ganz viel ganz schnell ganz klar: Unsere Generation ist mordsmäßig unpolitisch. Weil es uns gut geht. Die Flüchtlinge landen in Italien, der Krieg bleibt in Syrien. Wehrpflicht ist abgeschafft. *Das schweigende Klassenzimmer*erzählt die (kino)wahre Geschichte einer Abiturklasse aus der DDR.

#Fuckzelerationalismus

Der Akzelerationalismus, eigentlich #akzelerationalismus, aber wir folgen auf diesem Blog keinen Trends, ist eine hippe, neue Philosophie, die den ollen Ökolinken aus dem Strickpulli holt auf, dass er sich endlich das neue Iphone kauft und sein Home endlich smart werde. Mit rund 20 Jahren Inkubationszeit aus der Londoner Technokultur der 90er entstanden, sich auf eine Vielzahl an popkulturellen Phänomenen beziehend, 2013 erstmals durch Armen Avanessian mit einem 90-seitigen Manifest ausgestattet ist der Akzelerationalismus eine Philosophie die vorallem an den Kunsthochschulen gut ankommt und die selben aus den Feuilletons der einschlägigen Zeitungen und Magazinen verdrängt.

Schiller, Stalin und das LSD

Wenn ein Salvator Mundi, für dessen Echtheit wirklich nicht verbürgt ist, eine halbe Milliarde wert sein soll . Wenn das Original wohl gar nicht so Original ist und wahrscheinlich viel mehr das Werk von fähigen Restauratoren und unfähigen Schülern als das des Genies.

Der dichtende Wrestler

In der Rotunde der Hamburger Kunsthalle steht ein Haufen Statuen. Die warn wir mal besuchen gehen neulich. Nachdem sich mein Philosophiekurs ein ganzes halbes Jahr mit Ästhetik beschäftigt hatte waren wir nun endlich auf der Suche nach der Selben. Unter kompetenter Führung begannen wir unser Abenteuer Kunst in besagter Rotunde.

Spontaner Neujahrsempfang

Manchmal traue auch ich mich in die völlig überfüllte Innenstadt. Dieses mal um Tee zu kaufen. Denn ich habe mir für 2018 vorgenommen mich mal mehr mit Tee auszukennen. Und um einen Rasierer zu kaufen. Ich hatte nämlich genug von den immergleichen, aerodynamischen, Glanzmetall-, Gummi-, Plastikkombis mit ihren abertausend Klingen und den 3 Bewegungsachsen plus eingebautem Aftershave.

Alice Neel hat keinen Bock

Wir alle haben manchmal einfach keinen Bock. Alice Neel auch. Im Rahmen der Kunstmeilen Aktion vom Hamburger Abendblatt habe ich mich gemeinsam mit Till in die Deichtorhalle bequemt um einmal die Ausstellung über Alice Neel - Painter of modern life - zu begutachten.

Warum der Mensch nicht gerne nackt ist

Wir, das sind Wir, Du und Ich als Suchende. In Zwiespalt und daher in Dialog mit uns selbst. Ich und du als Suchende. Suchende auf der Suche nach dem was sie sein wollen. Wer. Wann. Nein, zuerst nicht was sie sind, sondern was sie sein wollen.

Reduktion aufs Minimum

Nebst Nuschlern und AFD Politikern wird nichts so oft falsch verstanden wie moderne Kunst. Denn ,man darf sie nicht mehr wie die alte Kunst betrachten, davor stehen, Zwiesprache mit dem Gemälde halten. Ne, moderne Kunst ist auf die Fresse. Krass. Laut. Brutal.

Paradiesgedanken, Kant und Nietzsche

Nietzsche hatte eine Gottheit des griechischen Pantheons, die er besonders favorisierte. Man sollte auf Aphrodite oder Herkules schließen, aber Philosophen sind nur selten von Schönheit und körperlicher Kraft beeindruckt. Nein, Nietzsche fand den Dionysos ganz fantastisch. Dionysos war ein Sonderling, ein Solitair unter den Göttern.

Die Schönheit der Welt ohne den Mensch

Während einem seiner Streifzüge durch philosophische Gefielde fragt sich Nietzsche ob die Welt auch ohne den Menschen voller Schönheit wäre. Und Nietzsche hält kurz inne, öffnet seinen Werkzeugkasten und holt seinen Hammer heraus, denn er ist der, der mit dem Hammer philosophiert. Und Friedrich nimmt die Schönheit, haut drauf, macht sie kaputt und schaut rein was drinne ist.

Über Sex, Wunst und Pop Art

Kunst. Kunst ist überall. Kunst macht gefühlt Jeder. Kunst ist gefühlt fast Alles. Aber wofür? Warum ? Welchen Zweck hat Kunst? Bis 1860 die Kamera erfunden wurde, war der Zweck der Kunst klar und eindeutig. Sie war die einzige Möglichkeit einen Moment, einen Eindruck auch außerhalb der Erinnerung festzuhalten, zu konservieren.