Alles ist im Fluß,

denn irgendwann kommt immer

die Stadtreinigung.

Fenster, rahmenlos

auf dunklem Stein, es riecht nach

Gewürz und Echtdarm.

Aus dem Flixbus steigt

ein Mann aus Korea im

Kenzo Pullover.

In der Blechkanne

schon kalter Tee - es fährt ein

ICE vorbei.

In blauen Hügeln

die Dörfer diesig gelb, ein

jedes mit Kirche.

Zwischen den Hügeln

mit Wein sind die Dörfer, Wege

und Höfe verstreut.

Ein Audi flimmert

in der Hitze, allmählich

steigt der Dieselpreis.

In der Ebene,

gegeneinander versetzt,

Felder um Felder.

Wolken hoch am Berg -

die Schatten wandern über

Solarpanele.

Vor schwarzen Fichten

malt das Sommergewitter

die Bergpfade rot.

Reisende nehmen

den langen Weg - folgen der

Überlandleitung.

Die Libelle

über dem Stauseebecken -

Waschbeton und Draht.

Deutschland, gemeines

Hundsland, wo keiner weiß wie

er zu tanzen hat.

Kurze Blicke, die

sich noch trafen, finden sich

im Nachtbus nicht mehr.

Halboffene Augen -

Im Stroboskop blitzen die

Glitzersteine hell.

Poser mit Blitzen

unterm Auge verschwenden

Elektrolyte.

Vor den Clubs flexen

Kids mit Baumarktketten und

rauchen Drehtabak.

Auf Clubtoiletten

fickt es sich modern - dort rauscht

der Dyson Airblade.

Weite Pupillen

sehen viel nackte Haut und

Leopardenprint.

Mann trägt Casio

am Arm - liest den Busfahrplan

nackt im Kimono.

Die Nacht lohnt sich, denn

hinter den Bahntrassen wird

der Himmel schon hell.

Salz an der Decke -

im Nebel suchen Arme sich

neue Formen aus.

Es ist schon fast hell -

Die bis vier geblieben sind,

bleiben noch bis acht.

Dienstagnacht um fünf:

Nur Jugend mit Eastpaks und

Lastwagenfahrer.